Wie man einen Minecraft-Server per Port-Forwarding freischaltet (Java & Bedrock) — Vollständige Anleitung
Wenn du einen Minecraft-Server betreibst und möchtest, dass Freunde von außerhalb deines lokalen Netzwerks beitreten können, musst du Port-Forwarding einrichten. Diese umfassende Anleitung führt dich durch jeden Schritt — von der Erkennung möglicher Hindernisse wie CGNAT über die Konfiguration deines Routers bis hin zur Fehlerbehebung häufiger Probleme. Die Anleitung deckt sowohl die Java Edition (TCP-Port 25565) als auch die Bedrock Edition (UDP-Ports 19132/19133) ab.
Was ist Port-Forwarding?
Port-Forwarding ist eine Netzwerkkonfiguration, die eingehende Verbindungen aus dem Internet an einen bestimmten Computer in deinem lokalen Netzwerk weiterleitet. Standardmäßig blockiert dein Router alle eingehenden Verbindungen als Sicherheitsmaßnahme. Wenn du einen Minecraft-Server betreibst, musst du deinem Router mitteilen, dass Verbindungen auf bestimmten Ports an den Computer weitergeleitet werden sollen, auf dem der Server läuft.
Ohne Port-Forwarding können nur Spieler in deinem lokalen Netzwerk (LAN) deinem Server beitreten. Mit Port-Forwarding kann jeder weltweit deinen Server erreichen, indem er deine öffentliche IP-Adresse verwendet.
Voraussetzungen prüfen
CGNAT erkennen — Kann dein Anschluss Port-Forwarding?
Bevor du beginnst, musst du prüfen, ob dein Internetanbieter CGNAT (Carrier-Grade NAT) verwendet. CGNAT bedeutet, dass sich mehrere Haushalte eine öffentliche IP-Adresse teilen, wodurch Port-Forwarding unmöglich wird.
So erkennst du CGNAT:
- Öffne die Eingabeaufforderung (Windows:
cmd, Mac/Linux: Terminal) - Gib ein:
tracert 8.8.8.8(Windows) odertraceroute 8.8.8.8(Mac/Linux) - Prüfe den ersten Hop (Sprung) nach deinem Router
- Wenn du eine IP-Adresse im Bereich
100.64.x.xbis100.127.x.xsiehst, nutzt dein Anbieter CGNAT
Alternativ kannst du deine Router-IP mit deiner öffentlichen IP vergleichen:
- Logge dich in deinen Router ein und notiere die WAN-IP-Adresse
- Besuche eine Webseite wie
wieistmeineip.deund notiere die angezeigte IP - Stimmen beide IPs überein, hast du kein CGNAT-Problem
- Unterscheiden sie sich, verwendet dein Anbieter wahrscheinlich CGNAT
Wenn CGNAT erkannt wird: Kontaktiere deinen Internetanbieter und frage nach einer eigenen öffentlichen IPv4-Adresse. Manche Anbieter bieten dies kostenlos an, andere verlangen eine geringe monatliche Gebühr. Alternativ kannst du einen VPN-Tunnel-Dienst oder einen gehosteten Server nutzen (siehe Abschnitt unten).
Statische lokale IP-Adresse einrichten
Dein Computer muss eine feste (statische) IP-Adresse in deinem lokalen Netzwerk haben, damit die Port-Forwarding-Regel dauerhaft funktioniert. Bei einer dynamischen IP (Standard) könnte sich die Adresse nach einem Neustart ändern, wodurch die Regel ins Leere läuft.
Windows — Statische IP einrichten
- Öffne Einstellungen → Netzwerk und Internet → Ethernet (oder WLAN)
- Klicke auf deine aktive Verbindung und dann auf Bearbeiten bei der IP-Zuweisung
- Wechsle von „Automatisch (DHCP)" auf Manuell
- Aktiviere IPv4 und gib folgende Werte ein:
- IP-Adresse: z. B.
192.168.1.100(außerhalb des DHCP-Bereichs deines Routers) - Subnetzmaske:
255.255.255.0 - Gateway: Die IP-Adresse deines Routers (meist
192.168.1.1oder192.168.0.1) - DNS:
8.8.8.8oder die DNS-Adresse deines Anbieters
- IP-Adresse: z. B.
- Klicke auf Speichern
Mac — Statische IP einrichten
- Öffne Systemeinstellungen → Netzwerk
- Wähle deine aktive Verbindung (Ethernet oder WLAN)
- Klicke auf Details und wähle TCP/IP
- Ändere „IPv4 konfigurieren" auf Manuell
- Gib deine gewünschte IP-Adresse, Subnetzmaske und Router-Adresse ein
- Klicke auf OK und dann auf Anwenden
Linux — Statische IP einrichten
- Öffne die Netzwerkeinstellungen deiner Desktop-Umgebung oder bearbeite die Konfigurationsdatei
- Für NetworkManager: Wähle die Verbindung → IPv4 → Manuell
- Gib die IP-Adresse, Netzmaske und Gateway ein
- Alternativ bearbeite
/etc/netplan/*.yaml(Ubuntu) oder/etc/network/interfaces(Debian)
Port-Forwarding im Router einrichten
Die genauen Schritte variieren je nach Routermodell, aber das Grundprinzip ist immer gleich:
Schritt 1: Router-Login
- Öffne einen Browser und gib die IP-Adresse deines Routers ein (meist
192.168.1.1oder192.168.0.1) - Logge dich mit deinen Zugangsdaten ein (Standard-Passwörter findest du auf dem Router-Aufkleber oder im Handbuch)
- Navigiere zum Bereich Port-Forwarding, NAT, Virtuelle Server oder Portfreigabe
Schritt 2: Port-Forwarding-Regeln erstellen
Für Minecraft Java Edition
| Einstellung | Wert |
|---|---|
| Name / Beschreibung | Minecraft Java |
| Protokoll | TCP |
| Externer Port (Start) | 25565 |
| Externer Port (Ende) | 25565 |
| Interner Port | 25565 |
| Interne IP-Adresse | Die statische IP deines Servers (z. B. 192.168.1.100) |
Für Minecraft Bedrock Edition
| Einstellung | Wert |
|---|---|
| Name / Beschreibung | Minecraft Bedrock |
| Protokoll | UDP |
| Externer Port (Start) | 19132 |
| Externer Port (Ende) | 19133 |
| Interner Port | 19132 |
| Interne IP-Adresse | Die statische IP deines Servers (z. B. 192.168.1.100) |
Wichtig: Wenn du sowohl Java als auch Bedrock unterstützen möchtest, erstelle zwei separate Regeln — eine für TCP 25565 und eine für UDP 19132-19133.
Schritt 3: Änderungen speichern
Speichere die Konfiguration und starte den Router bei Bedarf neu. Die meisten modernen Router wenden Änderungen sofort an, einige ältere Modelle erfordern jedoch einen Neustart.
Firewall konfigurieren
Selbst wenn der Router korrekt konfiguriert ist, kann die Software-Firewall auf deinem Computer eingehende Verbindungen blockieren. Du musst die Minecraft-Server-Ports in deiner Firewall freigeben.
Windows-Firewall konfigurieren
- Öffne die Windows Defender Firewall mit erweiterter Sicherheit (suche im Startmenü)
- Klicke auf Eingehende Regeln → Neue Regel
- Wähle Port und klicke auf Weiter
- Für Java: Wähle TCP und gib Port
25565ein - Für Bedrock: Wähle UDP und gib Ports
19132-19133ein - Wähle Verbindung zulassen
- Wähle alle Netzwerkprofile (Domäne, Privat, Öffentlich)
- Gib der Regel einen Namen (z. B. „Minecraft Server") und klicke auf Fertig stellen
Tipp: Erstelle für Java und Bedrock jeweils eine eigene Regel (TCP und UDP).
Mac-Firewall konfigurieren
- Öffne Systemeinstellungen → Netzwerk → Firewall
- Klicke auf Optionen
- Füge die Java-Anwendung (
java) hinzu und erlaube eingehende Verbindungen - Alternativ füge die Minecraft-Server-.jar-Datei direkt hinzu
- Klicke auf OK
Linux-Firewall konfigurieren (UFW)
Wenn du UFW (Uncomplicated Firewall) verwendest, führe folgende Befehle im Terminal aus:
Für Java Edition:
sudo ufw allow 25565/tcp
Für Bedrock Edition:
sudo ufw allow 19132:19133/udp
Überprüfe den Status mit: sudo ufw status
Server testen
Nachdem Port-Forwarding und Firewall konfiguriert sind, teste deinen Server:
Lokaler Test
- Starte deinen Minecraft-Server
- Öffne Minecraft und verbinde dich mit
localhostoder127.0.0.1 - Wenn dies funktioniert, läuft dein Server korrekt
Externer Test
- Finde deine öffentliche IP-Adresse über
wieistmeineip.de - Verwende einen Online-Port-Checker (z. B.
canyouseeme.org) und prüfe Port 25565 (Java) oder 19132 (Bedrock) - Bitte einen Freund, sich mit deiner öffentlichen IP-Adresse zu verbinden
- Für Java: Dein Freund gibt deine IP im Multiplayer-Menü ein (z. B.
203.0.113.50oder203.0.113.50:25565) - Für Bedrock: Dein Freund fügt einen Server mit deiner IP und Port 19132 hinzu
Fehlerbehebung — Häufige Probleme
„Verbindung konnte nicht hergestellt werden"
- Überprüfe, ob der Minecraft-Server tatsächlich läuft
- Stelle sicher, dass die Port-Forwarding-Regel die richtige interne IP-Adresse hat
- Überprüfe, ob die Firewall die Verbindung blockiert
- Teste zuerst lokal mit
localhost— wenn das nicht funktioniert, liegt das Problem beim Server selbst
„Zeitüberschreitung bei Verbindung"
- Port-Forwarding ist möglicherweise nicht korrekt eingerichtet
- CGNAT könnte das Port-Forwarding verhindern
- Die Windows-Firewall blockiert möglicherweise die Verbindung
- Der ISP blockiert möglicherweise den Port — versuche einen alternativen Port und passe die
server.propertiesan
„Freunde können sich nicht verbinden, aber lokal funktioniert es"
- Du gibst möglicherweise die falsche IP-Adresse weiter (lokale statt öffentliche)
- Überprüfe die Port-Forwarding-Konfiguration im Router
- Teste mit einem Online-Port-Checker, ob der Port von außen erreichbar ist
- Manche Router erfordern eine Loopback-NAT-Einstellung, damit du deinen eigenen Server über die öffentliche IP testen kannst
„Server war online, funktioniert jetzt aber nicht mehr"
- Deine öffentliche IP-Adresse hat sich möglicherweise geändert (siehe Abschnitt Dynamisches DNS)
- Die statische lokale IP wurde möglicherweise zurückgesetzt (z. B. nach einem Windows-Update)
- Der Router wurde möglicherweise zurückgesetzt und die Port-Forwarding-Regeln gingen verloren
- Ein Firmware-Update des Routers könnte die Einstellungen zurückgesetzt haben
„Port ist geschlossen" laut Port-Checker
- Stelle sicher, dass der Minecraft-Server läuft, wenn du den Port testest
- Überprüfe, ob du den richtigen Protokolltyp verwendest (TCP für Java, UDP für Bedrock)
- Manche ISPs blockieren bestimmte Ports — versuche den Minecraft-Port in
server.propertieszu ändern (z. B. auf 25566) und passe die Router-Regel entsprechend an
Dynamisches DNS (DDNS)
Die meisten privaten Internetanschlüsse haben eine dynamische IP-Adresse, die sich regelmäßig ändert (oft alle 24 Stunden oder nach einem Router-Neustart). Das bedeutet, dass du deinen Freunden jedes Mal eine neue IP mitteilen müsstest.
Dynamisches DNS (DDNS) löst dieses Problem, indem es einen festen Domainnamen (z. B. meinserver.ddns.net) bereitstellt, der automatisch auf deine aktuelle IP-Adresse aktualisiert wird.
DDNS einrichten
- Registriere dich bei einem DDNS-Anbieter (z. B. No-IP, DuckDNS oder DynDNS)
- Erstelle einen Hostnamen (z. B.
meinminecraftserver.ddns.net) - Installiere den DDNS-Update-Client auf deinem Computer oder konfiguriere DDNS direkt in deinem Router (viele Router haben eine integrierte DDNS-Funktion)
- Der Client aktualisiert automatisch die IP-Adresse, wenn sie sich ändert
- Deine Freunde verwenden dann den Hostnamen statt der IP-Adresse, um sich zu verbinden
Vorteil: Deine Freunde können sich immer mit meinminecraftserver.ddns.net verbinden, unabhängig davon, ob sich deine IP geändert hat.
Alternative: Gehostete Server
Wenn Port-Forwarding für dich nicht möglich oder zu kompliziert ist, gibt es Alternativen:
- Minecraft Server-Hosting-Anbieter: Dienste wie Aternos (kostenlos), Apex Hosting, Shockbyte oder Nitrado bieten vorgefertigte Minecraft-Server an. Du musst kein Port-Forwarding einrichten — alles wird für dich konfiguriert.
- Minecraft Realms: Mojangs offizieller Hosting-Dienst. Einfach einzurichten, aber mit begrenzten Anpassungsmöglichkeiten und Spieleranzahl.
- VPN-basierte Lösungen: Dienste wie Hamachi, ZeroTier oder Radmin VPN erstellen ein virtuelles Netzwerk, über das Freunde deinem Server beitreten können, ohne dass Port-Forwarding erforderlich ist. Alle Spieler müssen jedoch den VPN-Client installieren.
- Playit.gg oder ngrok: Tunnel-Dienste, die deinen lokalen Server ohne Port-Forwarding über das Internet erreichbar machen. Besonders nützlich bei CGNAT-Problemen.
Sicherheitstipps
- Whitelist verwenden: Aktiviere die Whitelist in der
server.properties-Datei (white-list=true), um nur genehmigte Spieler zuzulassen - Nur notwendige Ports öffnen: Leite nur die Minecraft-Ports weiter, nicht alle Ports
- Server aktuell halten: Aktualisiere deinen Minecraft-Server regelmäßig, um Sicherheitslücken zu schließen
- Starkes RCON-Passwort: Wenn du die Remote-Konsole (RCON) aktivierst, verwende ein starkes Passwort
- Anti-Grief-Plugins: Installiere Plugins wie CoreProtect oder GriefPrevention, um deine Welt zu schützen
Zusammenfassung — Checkliste
- Prüfe, ob CGNAT aktiv ist (falls ja, kontaktiere deinen Anbieter)
- Richte eine statische lokale IP-Adresse für deinen Server-Computer ein
- Erstelle Port-Forwarding-Regeln im Router (TCP 25565 für Java, UDP 19132-19133 für Bedrock)
- Konfiguriere die Firewall, um die Ports freizugeben
- Teste den Server lokal und dann extern
- Richte optional DDNS ein, damit Freunde sich immer verbinden können
- Teile deine öffentliche IP oder den DDNS-Hostnamen mit deinen Freunden
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist Port-Forwarding sicher?
Port-Forwarding für Minecraft ist grundsätzlich sicher, solange du nur die notwendigen Ports öffnest und deinen Server aktuell hältst. Öffne niemals mehr Ports als nötig und verwende eine Whitelist, um den Zugang zu kontrollieren. Das Risiko beschränkt sich auf den Minecraft-Server selbst — dein restliches Netzwerk bleibt geschützt.
Welche Ports brauche ich für Minecraft?
Für die Java Edition benötigst du TCP-Port 25565. Für die Bedrock Edition benötigst du UDP-Ports 19132 und 19133. Wenn du beide Editionen unterstützen möchtest (z. B. mit GeyserMC), musst du alle drei Ports weiterleiten.
Warum kann sich niemand mit meinem Server verbinden?
Die häufigsten Ursachen sind: (1) Der Server läuft nicht, (2) die Port-Forwarding-Regel hat die falsche interne IP, (3) die Firewall blockiert die Verbindung, (4) CGNAT verhindert Port-Forwarding, oder (5) du gibst die lokale statt der öffentlichen IP-Adresse weiter.
Muss ich Port-Forwarding bei jedem Router-Neustart neu einrichten?
Nein. Port-Forwarding-Regeln werden im Router gespeichert und bleiben nach einem Neustart bestehen. Sie könnten nur bei einem Werksreset oder Firmware-Update verloren gehen. Die statische IP deines Computers sollte ebenfalls dauerhaft eingestellt sein.
Kann ich einen anderen Port als 25565 verwenden?
Ja. Ändere den Port in der server.properties-Datei (Zeile server-port=25565) auf einen beliebigen anderen Port (z. B. 25566). Passe dann die Port-Forwarding-Regel im Router entsprechend an. Deine Spieler müssen den Port beim Verbinden angeben (z. B. deine-ip:25566).
Funktioniert Port-Forwarding mit IPv6?
Ja, aber die Einrichtung unterscheidet sich von IPv4. Bei IPv6 hat jedes Gerät eine eigene öffentliche Adresse, sodass kein NAT erforderlich ist. Du musst lediglich die Firewall konfigurieren, um eingehende Verbindungen auf den Minecraft-Ports zuzulassen. Beachte jedoch, dass nicht alle Spieler IPv6-Konnektivität haben.